Guten Tag, Froschhausen! Noch eine Sonderausgabe heute: Es geht um die geplante Umgehungsstraße für Seligenstadt, oft Nordumgehung genannt. Wir erklären dir sachlich, worum es geht, seit wann das Projekt läuft, was die aktuelle Verkehrsuntersuchung an Zahlen liefert, und ausdrücklich auch, was das konkret für Froschhausen bedeutet. Ohne Wertung, nur mit dem, was in den amtlichen Unterlagen steht.
Worum es gehtDie Rede ist von der Landesstraße dreitausendfünfundsechzig, dem dritten Bauabschnitt der Ortsumgehung Seligenstadt. Sie soll eine neue Straße nordwestlich um Seligenstadt herum bauen, um Durchgangsverkehr aus der Innenstadt herauszuhalten. Ziel laut Hessen Mobil, der zuständigen Landesbehörde: eine spürbare Verkehrsentlastung, mehr Verkehrssicherheit, weniger Lärm und Abgase, und mehr Spielraum für die Stadtplanung in den betroffenen Straßen.
Der zweite Abschnitt kam schon 2007Es ist bereits der dritte von insgesamt drei geplanten Bauabschnitten. Der zweite wurde schon zweitausendsieben fertiggestellt. Der dritte Abschnitt ist die Fortsetzung davon, ebenfalls im Nordwesten von Seligenstadt.
Seit über zehn Jahren in PlanungZweitausenddreizehn haben sich das Land Hessen und die Stadt Seligenstadt im Rahmen eines sogenannten Kim-Zwei-Modells auf den Bau des dritten Bauabschnitts geeinigt und damit die Finanzierung gesichert. Fünf Jahre später, zweitausendachtzehn, fragte ein Abgeordneter im Hessischen Landtag offiziell nach, warum das eigentliche Planfeststellungsverfahren noch immer nicht begonnen hatte. Das zeigt: Dieses Straßenprojekt ist keine neue Idee, sondern läuft inzwischen seit über zehn Jahren.
Die gewählte StreckenführungFür die neue Straße gab es mehrere mögliche Linien. Entschieden hat man sich für die sogenannte Bahntrassenvariante, die entlang der bestehenden Bahnstrecke verläuft. Verkehrsuntersuchungen hatten gezeigt, dass gerade Streckenführungen nah am Ort die größte Entlastungswirkung für Seligenstadt bringen. Die Trasse verläuft von der Höhe Hainstadt und Klein-Krotzenburg herunter bis zu einem Anschlusspunkt, der auf den Plänen Am Eichwald heißt.
Wie stark die Innenstadt entlastet werden sollDie im November zweitausendzweiundzwanzig vorgestellte Verkehrsuntersuchung liefert konkrete Zahlen für das Jahr zweitausendfünfunddreißig. Auf der neuen Straße selbst werden zwischen rund siebentausendsiebenhundertfünfzig und fünfzehntausendsechshundert Fahrzeuge pro Tag erwartet. Im Gegenzug sinkt die Belastung auf den heutigen Problemstraßen der Innenstadt deutlich: auf der Frankfurter Straße um bis zu siebentausendhundertfünfzig Fahrzeuge täglich, auf der Steinheimer Straße um bis zu sechstausendeinhundertfünfzig, auf der Kapellenstraße um bis zu sechstausendeinhundert, auf der Dudenhöfer Straße um bis zu dreitausendzweihundert.
Was das für Froschhausen bedeutetUnd jetzt die Frage, die uns besonders interessiert. Die Verkehrsuntersuchung sagt dazu wörtlich: keine nennenswerten Entlastungswirkungen in Froschhausen und Klein-Welzheim. Das steht so für alle drei geprüften Varianten des Projekts. Der Grund ist die Lage: Die neue Straße nimmt Verkehr von den zentralen Straßen der Innenstadt, und die liegen alle im Kern von Seligenstadt, nicht in Froschhausen. Froschhausens eigene Hauptverkehrsstraße, die Offenbacher Landstraße, ist von diesem Projekt schlicht nicht betroffen.
Drei geprüfte VariantenUntersucht wurden drei sogenannte Planfälle. Sie unterscheiden sich nur darin, welche weiteren Gebiete zusätzlich an die neue Straße angeschlossen werden. Planfall eins ist die Grundvariante mit dem Anschluss Am Eichwald. Planfall zwei ergänzt einen Anschluss für ein Gewerbegebiet über die Zeppelinstraße. Planfall drei ergänzt zusätzlich einen Anschluss für ein Wohngebiet über die Wilhelm-Leuschner-Straße. In allen drei Fällen bleibt die Aussage zu Froschhausen gleich: keine nennenswerte Entlastung.
Vorbereitende Arbeiten und der aktuelle ZeitplanIm Januar zweitausendvierundzwanzig begannen entlang der künftigen Trasse vorbereitende Arbeiten, Ende Februar folgten Bohrungen zur Untersuchung des Baugrunds. Der eigentliche nächste große Schritt, das sogenannte Planfeststellungsverfahren, also die förmliche rechtliche Genehmigung, sollte danach folgen. Hessen Mobil hat den Start dieses Verfahrens inzwischen aber verschoben, vom Herbst zweitausendsechsundzwanzig auf das Frühjahr zweitausendneunundzwanzig.
Woher der Verkehr eigentlich kommtEine Verkehrsbefragung an einer zentralen Stelle in Seligenstadt zeigt außerdem, woher der Durchgangsverkehr überhaupt stammt. Ein spürbarer Teil davon hat Start oder Ziel in Richtung Landkreis und Stadt Offenbach sowie in Richtung Frankfurt am Main. Das erklärt, warum die Straßen von Seligenstadt nicht nur lokalen Verkehr tragen, sondern auch überregionalen Verkehr aus und in Richtung des Rhein-Main-Gebiets.
ZusammengefasstDie geplante Nordumgehung soll die Innenstadt von Seligenstadt spürbar vom Durchgangsverkehr entlasten, das belegen die amtlichen Zahlen deutlich. Für Froschhausen selbst sagt dieselbe Untersuchung ebenso deutlich: keine nennenswerte Entlastung. Das Projekt läuft seit mehr als zehn Jahren, der nächste förmliche Schritt ist derzeit für Frühjahr zweitausendneunundzwanzig vorgesehen.
Zum SchlussDas war unsere Sonderausgabe zur geplanten Nordumgehung Seligenstadt. Alle Zahlen, alle Quellen und das vollständige Transkript findest du auf froschhausen Punkt info slash news. Diese Ausgabe wurde automatisch erstellt und mit meiner geklonten Stimme eingesprochen.